Popeye


von Seppatoni
12.01.2004

Mit Popeye stellen wir euch ein Spiel der aller ersten Spielegeneration des NES vor. Doch bevor es der Seemann auf die 8-Bit Konsole schaffte, war er im selben Spiel auf einem Automaten in den Spielhallen aktiv. Gestaltet wurde das Spiel von keinem geringeren als Shigeru Miyamoto höchstpersönlich. Damals noch ein junger, unerfahrener Spieledesigner, heute der weltweit beste seiner Branche. Die NES-Version unterscheidet sich nur gering von der Automaten-Version, so hat die Grafik zwar abgespeckt, die Level wurde aber alle übernommen.

Im Spiel hat es Popeye natürlich mit seinem ewigen Widersacher Pluto - auch als Brutus bekannt - zu tun. Und wie auch aus den Cartoons bekannt, kämpfen die beiden um nichts anderes, als das Herz Olivias. Popeyes Herzblatt steht dabei ganz oben auf einer Plattform und wirft mit Herzchen, die er alle einsammeln muss, um seine Liebe zu beweisen. Doch so einfach wie das jetzt klingt, ist es leider auch nicht. Pluto macht Popeye dabei gehörig die Hölle heiß und jagt ihn quer durch den ganzen Level. Als ob das nicht genug wäre, wirft er zusätzlich mit Flaschen nach dem Seemann. Gar nicht so einfach, dabei auf die Herzchen zu achten, während sie langsam oben nach unten gleiten. Werden die Herzchen auf dem Boden liegen gelassen und nicht eingesammelt, findet Popeyes Abenteuer ein schnelles Ende und darf noch mal von vorne beginnen.

Glücklicherweise gibt's da noch die ultimative Geheimwaffe. Ihr ahnt es schon, es ist natürlich nichts anderes als Spinat. Dieser macht Popeye für kurze Zeit zur Kampfmaschine und Pluto wird zum Gejagten. Erwischt ihr ihn, erhaltet ihr nicht nur Punkte, sondern er fliegt auch noch für kurze Zeit vom Bildschirm. Spielt ihr im höheren Schwierigkeitsgrad, habt ihr es übrigens zusätzlich mit einer Hexe zu tun, welche euch von oben herab angreift. Des weiteren gibt es auch noch eine Möglichkeit, zusätzliche Punkte einzusacken: In den ersten beiden Levels gibt es eine Art Punchingball, den ihr mit einem kräftigen Faustschlag auf einen Ballon knallen könnt, der dann das aus der Serie bekannte Baby runterlässt.

Es gibt übrigens nicht nur Herzchen einzusammeln. So muss im 2. Level, der in einer Stadt spielt, Musiknoten nachgejagt werden. Im 3. Level wird Olivia von einem Geier entführt, der sie auf dem obersten Mast eines Schiffes absetzt. Mit Hilfe der herunterfallenden Buchstaben H - E - L - P kann Popeye eine Leiter zu seiner Geliebten hinauf bauen. Hier bekommt ihr es allerdings nicht nur mit Pluto, bzw. Brutos zu tun, denn auch der Geier taucht immer wieder auf und kann nur mit einem gezielten Faustschlag zur Strecke gebracht werden.

Dieser 3. Level ist dann auch schon der letzte des Spiels, wo wir auch schon beim größten Kritikpunkt angelangt sind: Der Umfang. Nur 3 Levels sind für ein Spiel ziemlich kurz, auch wenn es zwei Schwierigkeitsgrade gibt. Zumal kommt auch noch hinzu, dass sich alle sehr ähnelt und Abwechslung eigentlich nicht vorhanden ist. Die Steuerung ist prinzipiell gelungen, wirkt aber zuweilen etwas träge. Der Sound ist das für die damalige Zeit typische Gedudel. Popeye ist eben ein Spiel, das von seinem Charme lebt, denn für Nostalgiker ist es ein ideales Spiel, um in vergangenen Zeiten zu schwelgen. Auch wenn es spielerisch doch arg beschränkt ist, Spaß macht es dem geneigten Spieler trotzdem noch.


Wertung


6/10

Kommentare



Seppatoni
Obwohl Popeye schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, macht's mir durchaus noch Spaß. Zwar fehlt ein wenig die Abwechslung, aber der Charme der alten Spiele lockt einen doch immer wieder vors Nintendo Entertainment System und davon hat Popeye wirklich einigen zu bieten.



Phil
Von der simplen technischen Aufmachung mal ganz abgesehen, die aufgrund des frühen Erscheinungsjahres von Popeye tolerierbar ist, kann der Titel trotzdem bestenfalls als kurzzeitiger Zeitvertreib herhalten. Die actionreiche Highscorejagd macht für einige Runden durchaus Laune, wirkt auf mich aber zu schnell repetitiv und im höheren Schwierigkeitsgrad sogar phasenweise unfair. Wird man gleich von mehreren Seiten von Gegnern gehetzt, geht die Übersicht über das Geschehen schnell verloren und mit ihr die reelle Chance aufs Überleben des spinatliebenden Seemanns. Das aufs Einsammeln und Ausweichen fokussierte Gameplay erinnert mich persönlich stark an einige Game & Watch Spiele, wenn auch die Bewegungsfreiheit etwas flexibler ausfällt als bei Nintendos ehrwürdigen LCD-Games. Und auch wenn mir die ersten zwei Ableger der Donkey Kong Serie besser gefallen als das ähnlich arcadelastige Popeye, so taugt der Titel doch zumindest als interaktive Geschichtsstunde über Miyamotos erste Gehversuche im Spieledesign!




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