Reinigungstipps


von Yamato
Aktualisiert am 25.10.2014. Erste Veröffentlichung: 12.11.2001

Welcher NES-Fan kennt das nicht? Ihr steckt ein Spiel in den Modulschacht und werdet nach dem Einschalten mit einem grauen Bildschirm konfrontiert, anstatt das eigentliche Spiel zocken zu können. Ihr nehmt das Modul heraus, pustet kräftig über die Kontakte und steckt es wieder in die Konsole. Vielleicht ist der graue Bildschirm nun futsch, doch dafür wimmelt es nur so von nie gesehenen Grafikfehlern. Oder die Power-Anzeige blinkt und die Konsole startet ständig neu. Vielleicht steckt das Modul ja nicht feste genug im Cartridge-Slot? Also das Spiel wieder raus, noch einmal kurz drüber gepustet und kräftig in das NES zurückschieben. Nachdem das Spiel nun vielleicht läuft, stürzt es nach einer Weile auch noch mitten im Geschehen ab...

Frustriert fragt ihr euch, woran das liegt und wie ihr derartige Probleme vermeiden könnt. Aber lasst nicht euren Schädel qualmen, sondern legt selbst Hand an! In diesem Artikel möchten wir euch an unseren eigenen Erfahrungen teilhaben lassen und gehen nicht nur darauf ein, wie die beschriebenen Probleme entstehen, sondern liefern euch auch praktische Lösungen. Denn nichts ist ärgerlicher, als der Ausfall einer heißgeliebten Konsole.


Wie das Problem entsteht


Das Problem verursacht grundsätzlich die Hardware-Architektur des NES, welche sehr sensibel auf verschmutzte Modulkontakte reagiert. Doch selbst sorgfältig behandelte Module können nach vielen Jahren plötzlich Probleme verursachen, da durch die unvermeidliche Oxidation der Kontakte eine Art Schmutzfilm entsteht, welcher den elektrischen Kontakt blockiert. Zudem können derartige Verschmutzungen mit der Zeit auch beim Pin-Connector innerhalb der NES-Konsole entstehen, sodass auch zuvor gründlich gereinigte Module mitunter am Abspielen gehindert werden. Somit müssen im Zweifelsfall nicht nur die Modulkontakte, sondern auch der Pin-Connector im NES gereinigt werden, was eine Öffnung des NES-Gehäuses erfordert.

Funktionieren auch gründliche gereinigte Spiele in Kombination mit einem gereinigten Pin-Connector nicht, gibt es noch eine weitere mögliche Problemursache. Über die Jahre können die Kontakte des Pin-Connectors durch das entsprechend häufige Einstecken und Herunterdrücken von NES-Modulen allmählich ausleiern, sodass irgendwann kein ausreichender elektrischer Kontakt zwischen NES und Modul mehr zustande kommen kann. Die oben beschriebene Verschmutzung der Kontakte tut in solchen Fällen dann ihr Übriges.

Für alle diese Probleme existieren bewährte Lösungen, welche wir euch im Folgenden vorstellen möchten.


Lösungen


Es liegt nahe, dass wir als erstes um eine gründliche Reinigung der Modulkontakte nicht herum kommen. Nun wäre wohl der richtige Zeitpunkt für den Einsatz des offiziellen Cleaning Kits von Nintendo gewesen, doch wohl die wenigstens dürften sich glücklich schätzen, dieses zu besitzen. Das macht aber überhaupt nichts, da man mit anderen Mitteln mindestens genauso gute Ergebnisse erzielen kann.


Reinigung eines Moduls:

Tränkt die weiche Spitze eines Wattestäbchens in Isopropylalkohol (erhältlich in allen Apotheken) und rubbelt damit den Schmutz von beiden Seiten der Modulkontakte herunter. Alternativ könnt ihr die Kontakte natürlich auch mit speziellem Kontaktreiniger aus dem Elektrofachmarkt säubern. Achtet dann aber unbedingt darauf, dass der Kontaktreiniger nicht fettend sind, da der Datenträger andernfalls in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Ihr werdet sicher erstaunt sein, wie viel Schmutz sich von den Kontakten entfernen lässt. Wahrscheinlich werdet ihr deshalb mehrere Wattestäbchen für ein einziges Spiel benötigen. Sollte sich kein Schmutz mehr durch relativ kräftiges Schrubben am Wattestäbchen zeigen, könnt ihr die Kontakte entweder kurz mit einem Fön vorsichtig trocknen oder einige Zeit warten, bis die Kontakte von allein getrocknet sind. In der Regel sollte euer Modul jetzt wieder so gut funktionieren, als wenn es gerade erst neu gekauft worden wäre. Falls nicht, solltet ihr noch einmal die Modulkontakte auf ihre Sauberkeit prüfen und ggf. intensiver reinigen. Falls dies nichts bringt, muss der Pin-Connector innerhalb des NES wie folgt gereinigt werden...

Mit einfachen Haushaltsmitteln zum Erfolg!

Reinigung des Pin-Connectors:

Jetzt wird es natürlich etwas schwieriger, da der Cartridge-Slot im Inneren der Konsole liegt und daher ohne eine Öffnung des Gehäuses nicht erreichbar ist. Ihr müsst also die Schrauben auf der Unterseite des NES herausdrehen, um als erstes den Deckel abnehmen zu können. Anschließend entfernt ihr das silberne Schutzblech, sodass den Pin-Connector von Hand gereinigt werden kann. Hierzu könnt ihr beispielsweise ein feuchtes Brillenputztuch um eine Checkkarte wickeln und diese dann einige Male in den Pin-Connector hinein- und herausschieben. Auch lässt sich sehr gut eine in Alkohol getränkte, möglichst weiche Zahnbürste verwenden, um die Kontakte abzuschrubben. Anschließend setzt ihr die Konsole wieder zusammen. Ein vorheriges Austesten bei geöffneter Konsole ist grundsätzlich zu vermeiden wegen des Risikos eines elektrischen Schlags. Wir übernehmen keine Verantwortung dafür.

Entfernung des Schutzblechs


Reparatur oder Austausch des Pin-Connectors:

Nachdem ihr all dies getan habt, sollten eure NES-Spiele wieder problemlos funktionieren. Andernfalls wird das Problem wahrscheinlich daher rühren, dass die Kontakte des Pin-Connector wie eingangs erläutert ausgeleiert sind. In diesem Fall können die Kontakte mit einer gekrümmten Sicherheitsnadel vorsichtig(!) wieder etwas nach oben gebogen werden, wie es beispielsweise in diesem Video erläutert wird. Wird haben damit in einem besonders schwierigen Fall sehr gute Erfahrungen gemacht - anschließend funktionierte die Konsole wieder wie am ersten Tag. Ihr müsst allerdings darauf achten, die Kontakte nicht zu weit nach oben zu biegen, da sich andernfalls die Spiele nur noch schwer einsetzen lassen werden.

Falls euch dieses Vorgehen zu heikel ist, wäre der Austausch des Pin-Connectors noch eine letzte Möglichkeit. Dazu müsst ihr den Pin-Connector einfach nur von der Platine abziehen. Neue Pin-Connectoren erhaltet ihr z.B. bei Ebay. Ein solcher Austausch sollte allerdings wirklich nur ein allerletztes Mittel darstellen, da die Qualität und Langlebigkeit der Fremdanbieter-Connectoren im Vergleich mit der originalen Nintendo-Hardware eventuell zu wünschen übrig lassen kann. Dies würde dann die Zeit zeigen.


Fazit


Wir hoffen, dass euch diese Tipps weiterhelfen konnten. In Zukunft solltet ihr es übrigens dringend vermeiden, bei Startschwierigkeiten über die Kontakte drüber zu pusten. Zwar kann dies kurzfristig Abhilfe verschaffen, allerdings können durch das Pusten kleinste Speichelpartikel auf die Modulkontakte gelangen, welche diese durch die im Speichel enthaltende Säure mit der Zeit angreifen würden. Besser ist es, die Spiele direkt wie oben beschrieben mit Wattestäbchen zu säubern, um so erst gar keine Verunreinigung mehr in die Konsole gelangen zu lassen.

Wir wünschen euch noch viel Freude mit eurem NES!